Anthropic stellte Claude im März 2023 vor. Der KI-Assistent läuft im Browser sowie als App für Desktop und Smartphone und lässt sich über eine Programmierschnittstelle (API) in andere Anwendungen einbauen. Wer Claude nach Anbietern, Produkten oder Dienstleistungen fragt, erhält eine selbst formulierte Antwort. Dein Unternehmen kann darin als Erwähnung im Text oder als verlinkte Quelle vorkommen. Beides prägt deine KI-Sichtbarkeit.

Wann Claude Inhalte aus dem Web abruft

Ohne Zugriff auf das Web antwortet Claude aus dem Wissen, das seine Sprachmodelle im Training erworben haben. Dieses Wissen reicht nur bis zu einem Stichtag, dem Knowledge Cutoff, den Anthropic für jedes Modell angibt. Mit der Funktion „Websuche“ kann Claude zusätzlich aktuelle Inhalte aus dem Web abrufen. Laut Anthropics API-Dokumentation tut Claude das, wenn eine Anfrage von Informationen abhängt, die aktuell sind, sich ändern oder nicht in seinen Trainingsdaten stehen, etwa bei:

  • aktuellen Ereignissen, Nachrichten und Ankündigungen
  • aktuellen Preisen, Kursen oder Statistiken
  • Informationen über bestimmte Organisationen, Personen oder Produkte, die sich geändert haben könnten
  • der ausdrücklichen Bitte, etwas nachzuschlagen

Geht es um etablierte Fakten, kreative Aufgaben oder Texte, die bereits im Gespräch vorliegen, antwortet Claude dagegen direkt. Für Unternehmen zählt vor allem der dritte Punkt: Fragen zu Organisationen und Produkten, deren Angaben sich geändert haben könnten, gehören ausdrücklich zu den Anlässen, Inhalte aus dem Web abzurufen. Was auf deiner Website über dein Angebot, deine Preise oder deine Standorte steht, kann so in die Antwort einfließen. Deshalb lohnt es sich, diese Angaben dort aktuell zu halten (Content-Aktualität). Zu den Seiten, die die Websuche liefert, kann die API auch angeben, wann sie zuletzt aktualisiert wurden. Wie Claude dieses Datum gewichtet, legt Anthropic nicht offen.

Bei eingeschalteter Websuche kann Claude außerdem eine bestimmte Seite direkt lesen, wenn jemand ihre Adresse im Chat angibt. Anthropic nennt das „Web-Abruf“. Wird Claude über die API in andere Anwendungen eingebunden, entscheiden deren Anbieter, ob Claude dort die Websuche nutzen darf.

Wie Claude Quellen angibt

Nutzt Claude Inhalte aus dem Web, enthält die Antwort laut Anthropic direkte Quellenangaben, Links zum Weiterlesen und bei Bedarf passende wörtliche Auszüge. Diese Quellenangaben sind KI-Zitate: Sie führen von der Antwort zur jeweiligen Seite. In der API sind sie bei der Websuche immer aktiviert, und jede enthält neben Titel und Adresse der Seite einen kurzen Ausschnitt der zitierten Textstelle. Wie gut eine solche Stelle auch für sich allein verständlich ist, beschreibt die Zitierfähigkeit. Anthropic verlangt von Anwendungen, die Antworten von Claude direkt anzeigen, dass sie auch die Quellenangaben zeigen. Der Link zu einer zitierten Seite kann so auch in Anwendungen anderer Anbieter erscheinen.

Anthropics Crawler

Anthropic setzt drei Crawler ein, also Programme, die Webseiten automatisch abrufen, und gibt an, dass alle die Regeln der robots.txt befolgen: ClaudeBot sammelt Inhalte für das Training von Anthropics Modellen, Claude-SearchBot erfasst Inhalte, um Claudes Websuche zu verbessern, und Claude-User ruft Seiten ab, wenn jemand Claude eine Frage stellt. Bleiben Claude-SearchBot und Claude-User zugelassen, kann Claude deine Seiten für Antworten nutzen, unabhängig davon, wie du über ClaudeBot und damit über das Training entscheidest.