Unter dem Namen Gemini-Apps fasst Google die Web-App seines KI-Assistenten Gemini, die mobilen Apps und weitere Zugänge zusammen, etwa Gemini in Chrome oder in Google Maps. Fragt jemand dort nach Anbietern, Produkten oder Empfehlungen, formuliert Gemini die Antwort selbst. Ob und wie dein Unternehmen darin vorkommt, ist ein Teil deiner KI-Sichtbarkeit. Am ehesten siehst du das, wenn du Gemini die wichtigen Fragen deiner Kundinnen und Kunden stellst und die Antworten mehrerer Abfragen vergleichst.
Google startete den Assistenten im März 2023 als Experiment unter dem Namen Bard; im Juli 2023 wurde er auch in Deutschland und auf Deutsch verfügbar. Im Dezember 2023 stellte Google die Modellfamilie Gemini vor, im Februar 2024 erhielt der Assistent ihren Namen. Gemini-Modelle stecken auch in anderen Google-Produkten, etwa in der Übersicht mit KI und im KI-Modus der Google Suche.
Wie Gemini antwortet
Die Gemini-App kann eine Frage aus dem Wissen beantworten, das ihre Modelle im Training erworben haben. Sie kann ihre Antwort aber auch auf Inhalte stützen, die sie im Moment der Frage heranzieht. Google nennt das Grounding: Das Modell erhält Inhalte aus Googles Webindex, damit die Antwort sachlich genauer und relevanter wird.
Antworten können Links zu Quellen enthalten, etwa zu öffentlichen Websites. Übernimmt Gemini längere Passagen wörtlich von einer Website, verlinkt es sie laut Google in der Quellenliste. Ein solcher Link ist ein KI-Zitat; nennt Gemini ein Unternehmen ohne Link, ist das eine Erwähnung. Grounding soll falsche Angaben verringern, ausschließen kann es sie nicht: Google weist selbst darauf hin, dass Gemini halluzinieren und Unzutreffendes als Tatsache darstellen kann.
Google-Extended: eine Regel für Training und Grounding
Für Gemini lässt sich in der robots.txt eine Regel für Google-Extended setzen, einen Namen ohne eigenen Crawler, der laut Google zugleich regelt, ob gecrawlte Inhalte in das Training künftiger Gemini-Modelle einfließen und ob die Gemini-Apps sie für das Grounding nutzen dürfen. Wer Google-Extended sperrt, um Inhalte aus dem Training herauszuhalten, schließt sie deshalb auch vom Grounding in den Gemini-Apps aus; ob eine Website in der Übersicht mit KI oder im KI-Modus erscheint, entscheidet diese Regel laut Google dagegen nicht.
Gemini in Anwendungen anderer Unternehmen
Gemini-Modelle arbeiten auch in Anwendungen anderer Unternehmen, etwa in Chatbots oder in KI-Agenten, die Aufgaben selbstständig erledigen. Diese Unternehmen binden die Modelle über die Gemini API ein, Googles Programmierschnittstelle für Entwickler, oder über die Gemini Enterprise Agent Platform von Google Cloud, die im April 2026 aus Vertex AI hervorgegangen ist. Auch über solche Anwendungen können Inhalte deiner Website in Antworten einfließen. Für die Gemini API dokumentiert Google unter anderem zwei Werkzeuge, mit denen ein Modell Webinhalte einbezieht:
- Grounding with Google Search: Das Modell prüft, ob eine Recherche im Web die Antwort verbessern kann, formuliert dafür selbst eine oder mehrere Anfragen und liefert die Antwort mit Quellenangaben. Laut Google gilt Google-Extended für dieses Werkzeug auf der Gemini Enterprise Agent Platform.
- URL context: Das Modell liest bis zu 20 Webadressen, die in einer Anfrage mitgegeben werden. Es greift dafür zuerst auf einen internen Zwischenspeicher zurück und ruft eine Seite sonst live ab. Die Seiten müssen öffentlich erreichbar sein; Inhalte hinter einer Bezahlschranke werden nicht unterstützt.