Die Übersicht mit KI bringt KI-Antworten in die Google Suche: Menschen bekommen sie zu sehen, ohne eigens eine KI-Anwendung zu öffnen. Ob dein Unternehmen darin genannt oder als Quelle verlinkt wird, ist ein Teil deiner KI-Sichtbarkeit.
Google testete die Funktion ab Mai 2023 in Search Labs, seinem Programm für Experimente, unter dem Namen Search Generative Experience (SGE). Am 14. Mai 2024 begann die Einführung als AI Overviews für alle Nutzerinnen und Nutzer in den USA. In Deutschland startete die Übersicht mit KI am 26. März 2025, auf Deutsch und Englisch und zum Start für angemeldete Personen ab 18 Jahren.
Laut Google erzeugt ein eigens für die Google Suche angepasstes Gemini-Modell die Übersicht. Mit der Gemini-App ist sie trotzdem nicht gleichzusetzen: Gemini ist ein eigener KI-Assistent mit eigenen Regeln. Eng verwandt ist dagegen der KI-Modus, Googles dialogorientierte KI-Funktion für komplexere Fragen. Seit Januar 2026 lässt sich auf Mobilgeräten direkt aus einer Übersicht mit KI eine Folgefrage stellen, seit Mai 2026 weltweit auch am Computer; das Gespräch geht dann im KI-Modus weiter.
Wie die Übersicht entsteht
Laut Google arbeitet das Modell mit den bestehenden Systemen der Google Suche zusammen: mit Googles Webindex, mit Systemen, die verlässliche und relevante Inhalte erkennen sollen, und mit dem Knowledge Graph, Googles Wissensdatenbank. Wie der KI-Modus kann die Übersicht mit KI für eine Antwort mehrere verwandte Anfragen zu Teilaspekten einer Frage stellen; Google nennt das Query Fan-out. So können laut Google mehr und vielfältigere Seiten als Links erscheinen.
Jeder dieser Links ist ein KI-Zitat; nennt die Übersicht ein Unternehmen nur im Text, ohne auf eine seiner Seiten zu verlinken, ist das eine Erwähnung. Google schreibt, die Übersicht mit KI sei darauf ausgelegt, nur Informationen zu zeigen, die durch hochwertige Inhalte aus dem Web gestützt sind, und halluziniere deshalb in der Regel nicht so, wie es andere Anwendungen mit Sprachmodellen tun können. Bei Fragen, bei denen es besonders auf die Qualität der Informationen ankommt (Google spricht von „Your Money or Your Life“), legt Google nach eigenen Angaben noch strengere Maßstäbe an verlässliche Quellen an. Zugleich hält Googles Hilfe fest, dass die Übersicht mit KI Fehler machen kann und wird.
Wann eine Seite verlinkt werden kann
Eine Seite kommt laut Google als Link in der Übersicht mit KI infrage, wenn sie in Googles Webindex aufgenommen ist und mit einem Textauszug, einem sogenannten Snippet, angezeigt werden darf. Dafür muss Googles Crawler Googlebot die Seite abrufen können, sie muss für ihn also crawlbar sein: Die robots.txt einer Website darf ihn nicht aussperren, und auch Hosting oder ein Content-Delivery-Network (CDN) dürfen ihn nicht blockieren. Weitere technische Anforderungen gibt es nach Googles Angaben nicht.
Google betont außerdem, dass die Übersicht mit KI und der KI-Modus keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien oder zusätzliches Markup im Code voraussetzen und auch keine besonderen strukturierten Daten nach schema.org. Das ist eine Aussage über Googles eigene KI-Funktionen. Andere KI-Systeme lesen Websites auf ihre eigene Weise, ebenso KI-Agenten, die im Web selbstständig Aufgaben erledigen; strukturierte Daten und eine llms.txt-Datei sollen Inhalte für sie leichter erfassbar machen, und Google nennt es ausdrücklich in Ordnung, eine llms.txt für solche Dienste zu pflegen.
Steuerung und Messung
Wer eine Website betreibt, entscheidet selbst, ob ihre Inhalte in der Übersicht mit KI erscheinen dürfen. Für einzelne Seiten gelten laut Google die üblichen Anweisungen der Google Suche, die im HTML-Code einer Seite (Robots-Meta-Tag) oder in der Antwort des Servers (X-Robots-Tag) stehen: noindex nimmt eine Seite aus Googles Webindex, nosnippet verhindert, dass ihr Inhalt als direkte Grundlage für die Übersicht mit KI und den KI-Modus dient.
Seit dem 31. August 2026 gibt es für alle Websites weltweit zusätzlich eine Einstellung in der Google Search Console, Googles Werkzeug für Website-Betreiber. Sie gilt für eine ganze Website oder einen Teil davon, je nachdem, wie die Website in der Search Console angelegt ist. Unter „Einstellungen“ und „Generative KI in der Google Suche“ lässt sich dort festlegen, ob Links und Inhalte der Website in den generativen KI-Funktionen der Google Suche erscheinen. Das betrifft die Übersicht mit KI, den KI-Modus und die generativen KI-Funktionen von Google Discover, dem Bereich der Google Suche, der Inhalte passend zu persönlichen Interessen vorschlägt. Voreingestellt ist, dass eine Website einbezogen wird; auf andere Teile der Google Suche wirkt sich die Einstellung laut Google nicht aus.
Diese Steuerung ist für Inhalte gedacht, die bewusst außen vor bleiben sollen, also für ein bewusstes Opt-out aus KI-Antworten. Ein ungewolltes noindex oder nosnippet auf wichtigen Seiten oder eine versehentlich auf Ausschluss gestellte Einstellung in der Search Console kann eine Website dagegen unbemerkt aus der Übersicht mit KI heraushalten. Ein regelmäßiger Blick auf diese Einstellungen lohnt sich deshalb.
Wie oft Links zur eigenen Website in der Übersicht mit KI und im KI-Modus angezeigt wurden, zeigt seit dem 31. August 2026 für alle Websites weltweit der Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen der Search Console.