Im KI-Modus von Google stellen Menschen ihre Frage in ganzen Sätzen, per Spracheingabe oder mit einem Foto und können mit Folgefragen nachhaken, ohne den Zusammenhang neu zu erklären. Laut Google ist der KI-Modus besonders hilfreich bei Fragen, die weiteres Nachforschen, Abwägen oder komplexe Vergleiche erfordern. Dazu können etwa Vergleiche zwischen Produkten oder Anbietern gehören. Erreichbar ist der KI-Modus über eine eigene Schaltfläche auf der Google-Startseite, einen Tab in der Google Suche und die Google App.

Google testete den KI-Modus ab März 2025 in Search Labs, seinem Programm für Experimente, und begann im Mai 2025, ihn für alle Nutzerinnen und Nutzer in den USA einzuführen. Im Oktober 2025 startete die Einführung auf Deutsch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

So entsteht eine Antwort im KI-Modus

Im Hintergrund zerlegt der KI-Modus eine Frage in Teilthemen, stellt zu jedem Teilthema gleichzeitig eigene Teilanfragen und führt die Ergebnisse zu einer Antwort zusammen. Google nennt dieses Verfahren Query Fan-out, auf Deutsch auch parallele Anfrageverarbeitung.

Für die Antwort stützt sich der KI-Modus auf Seiten aus Googles Webindex und laut Google zusätzlich auf eigene Datenbestände wie Produktdaten und den Knowledge Graph, Googles Wissensdatenbank. Die Links in der Antwort führen zu Seiten, die die Aussagen stützen; solche Quellenangaben sind KI-Zitate. Ist sich das System nicht sicher genug, zeigt der KI-Modus laut Google statt einer KI-Antwort Links zu Websites. Google weist außerdem darauf hin, dass der KI-Modus nicht immer richtig liegt.

KI-Modus, Übersicht mit KI und Gemini

Die Übersicht mit KI ist eine kurze KI-Zusammenfassung, die Google bei manchen Fragen direkt in der Google Suche einblendet. Der KI-Modus ist dagegen ein eigener Bereich für ausführlichere Unterhaltungen mit Nachfragen und Vergleichen. Beide hängen zusammen: Laut Google lässt sich aus einer Übersicht mit KI heraus eine Folgefrage stellen, die im KI-Modus weitergeht und den Zusammenhang der ursprünglichen Frage übernimmt.

Gemini ist Googles KI-Assistent mit eigener App. Der KI-Modus arbeitet zwar mit einer angepassten Version der Gemini-Modelle, gehört aber zur Google Suche. Ob Inhalte einer Website im KI-Modus erscheinen können, regeln deshalb die Einstellungen der Google Suche. Die Regel für Google-Extended in der robots.txt steuert dagegen, ob Inhalte für das Training von Gemini-Modellen und für Antworten in den Gemini-Apps genutzt werden; darauf, ob eine Website in der Google Suche vorkommt, wirkt sie sich laut Google nicht aus.

Was der KI-Modus für Websites bedeutet

Technisch gelten laut Google für den KI-Modus dieselben Voraussetzungen und Steuerungsmöglichkeiten wie für die Übersicht mit KI: Eine Seite muss in Googles Webindex stehen und mit einem Textauszug angezeigt werden dürfen, und seit August 2026 lässt sich eine ganze Website über eine Einstellung in der Google Search Console aus beiden Funktionen herausnehmen. Wie oft Links zur Website in beiden Funktionen zusammen angezeigt wurden, zeigt dort der Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen.

Inhaltlich spielt vor allem das Fan-out-Verfahren eine Rolle: Eine Seite kann für einen einzelnen Aspekt verlinkt werden, etwa für Kosten, Voraussetzungen oder einen Vergleich, auch wenn die ursprüngliche Frage viel allgemeiner war. Deshalb kann es sich lohnen, die Folgefragen deiner Kundinnen und Kunden auf den passenden Seiten in klaren, für sich verständlichen Abschnitten zu beantworten, also mit hoher Zitierfähigkeit; ob eine Seite tatsächlich verlinkt wird, entscheidet Google.

Für Produkte und lokale Angebote nennt Google weitere Datenquellen: Produktdaten aus dem Google Merchant Center, über das Unternehmen ihre Produkte bei Google hinterlegen, und Google Unternehmensprofile, eine Form des Brancheneintrags, können dazu beitragen, dass Produkte und Dienstleistungen in KI-Antworten erscheinen. Außerdem erweitert Google den KI-Modus seit 2025, zunächst in den USA, um agentische Funktionen: Der KI-Modus übernimmt dabei wie ein KI-Agent Schritte von Aufgaben wie Reservierungen oder Käufen; abgeschlossen werden sie erst mit Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer. Für Käufe direkt im KI-Modus stellte Google im Januar 2026 das Universal Commerce Protocol (UCP) vor, einen offenen Standard, den Google gemeinsam mit Unternehmen wie Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart entwickelt hat.

Der KI-Modus stellt jede Antwort neu zusammen, Folgefragen bauen auf dem bisherigen Gespräch auf, und wer die Personalisierung eingeschaltet hat, kann auf sich zugeschnittene Antworten erhalten. Wegen dieser Antwortvariabilität zeigt eine einzelne Abfrage nur einen Ausschnitt. Wie dein Unternehmen im KI-Modus vorkommt, ist ein Teil deiner KI-Sichtbarkeit. Ein verlässliches Bild davon ergibt sich erst, wenn typische Kundenfragen beim Prompt-Tracking wiederholt im KI-Modus selbst gestellt werden, nicht nur in der Übersicht mit KI oder in Gemini. Wie oft ein Unternehmen dabei erwähnt wird, gibt die Erwähnungsrate an.