Die Erwähnungsrate ist eine der einfachsten Kennzahlen, mit denen sich die KI-Sichtbarkeit einer Marke beziffern lässt. Sie beantwortet eine naheliegende Frage: Wenn Menschen KI-Systemen Fragen zum Themenfeld einer Marke stellen, in wie vielen Antworten kommt die Marke dann vor? Ein Beispiel: Zehn Fragen, je zehnmal an ein KI-System gestellt, ergeben 100 Antworten. Nennen 30 davon die Marke, liegt die Erwähnungsrate bei 30 Prozent.

So wird die Erwähnungsrate gemessen

Grundlage ist ein Prompt-Set, also ein fester Satz typischer Fragen, sogenannter Prompts, wie sie Kundinnen und Kunden einem KI-System stellen könnten. Pro Antwort wird nur festgehalten, ob die Marke vorkommt, nicht wie oft. Damit keine Erwähnung verloren geht, braucht die Auswertung eine Liste aller Namen, unter denen die Marke auftaucht, etwa Firmenname mit und ohne Rechtsform sowie wichtige Produktnamen.

Weil KI-Antworten selbst bei derselben Frage von Durchlauf zu Durchlauf schwanken (Antwortvariabilität), sagt eine einzelne Abfrage wenig aus. Beim Prompt-Tracking wird deshalb jede Frage wiederholt gestellt, und die Ergebnisse werden über einen längeren Zeitraum zusammengefasst. Aussagekräftig ist vor allem die Entwicklung über Monate, ausgewiesen für jedes KI-System einzeln, denn ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity antworten unterschiedlich.

Was die Erwähnungsrate zeigt und was nicht

Entscheidend ist die Art der Frage. Nennt ein Prompt die Marke bereits, etwa „Was bietet Firma X an?“, taucht sie in der Antwort in der Regel auch auf. Ob ein KI-System die Marke von sich aus nennt, zeigen erst Fragen nach einer Kategorie oder einem Bedarf ohne Markennamen. Beide Arten von Fragen werden deshalb getrennt ausgewertet. Eine Vorabveröffentlichung vom September 2026 zu Produktempfehlungen von sechs Sprachmodellen ohne Zugriff auf das Web stellte zudem fest: Selbst einige große, etablierte Marken wurden gar nicht empfohlen, wenn die Frage nur eine Produktkategorie nannte.

Die Erwähnungsrate zählt nur, ob eine Marke vorkommt. An welcher Stelle, in welchem Ton und mit welchen Fakten sie genannt wird, zeigt sie nicht. Auch ob die Antwort eine Seite der Marke als Quelle angibt, erfasst sie nicht: Solche KI-Zitate werden gesondert gezählt, etwa als Zitierrate. Zugleich ist die Erwähnungsrate die Grundlage für Vergleiche: Aus den Erwähnungen mehrerer Marken bei denselben Fragen ergibt sich ihr KI-Share-of-Voice, also der Anteil jeder Marke an allen Markenerwähnungen in ihrem Wettbewerbsumfeld.

Für die GEO-Arbeit ist die Erwähnungsrate ein guter Einstieg ins GEO-Monitoring, denn sie ist leicht zu erklären, auch gegenüber der Geschäftsführung. Über Monate vergleichbar bleibt sie, solange der Messaufbau unverändert ist: dieselben Fragen und KI-Systeme, gleich viele Wiederholungen und dieselben Namensvarianten.