Microsoft Copilot gibt es als eigene App im Browser, auf dem Smartphone sowie für Windows und Mac; auf neuen Windows-11-Rechnern ist die App in der Regel bereits installiert. Außerdem steckt Copilot im Browser Edge und in Microsoft-365-Anwendungen wie Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams. Viele Menschen haben Copilot damit genau dort zur Hand, wo sie ohnehin arbeiten, und können ihn auch nach Anbietern, Produkten oder Lösungen fragen. Ob und wie dein Unternehmen in diesen Antworten vorkommt, ist Teil deiner KI-Sichtbarkeit.

Microsoft stellte den Assistenten im Februar 2023 als Chat-Funktion in Bing und Edge vor, bekannt als Bing Chat; im November 2023 erhielt er den Namen Copilot. Microsofts Copilot-Angebot für Arbeitskonten, zuletzt Microsoft 365 Copilot genannt, heißt seit August 2026 ebenfalls Microsoft Copilot. Im selben Monat begann Microsoft, private und geschäftliche Nutzung in einer gemeinsamen App zusammenzuführen; private Konten und Arbeitskonten bleiben darin getrennt. Laut Microsoft nutzt Copilot Sprachmodelle von Microsoft, OpenAI (dem Unternehmen hinter ChatGPT) und weiteren Entwicklern. Copilot Search, ein KI-Antwortangebot, das Microsoft im April 2025 in Bing eingeführt hat, ist ein eigenes Produkt.

Wie Copilot Inhalte aus dem Web einbezieht

Copilot kann eine Frage aus dem Wissen beantworten, das seine Sprachmodelle im Training erworben haben. Laut Microsoft entscheidet Copilot bei jeder Anfrage, ob dafür Inhalte aus dem Web nötig sind. Ist das der Fall, arbeitet Copilot als Generative Engine: Er stützt die Antwort auf aktuelle Webinhalte, was Microsoft Grounding nennt, und führt die verwendeten Websites als verlinkte Quellen unter dem Text auf. Solche Links sind KI-Zitate; nennt Copilot ein Unternehmen ohne Link, ist das eine Erwähnung. Microsoft weist zudem darauf hin, dass Copilot Fehler machen und plausibel klingende, aber falsche Angaben erzeugen kann, sogenannte Halluzinationen.

Woher die Webinhalte kommen, beschreibt Microsoft für Copilot mit Arbeitskonten genau: Copilot erkennt in einer Frage die Begriffe, bei denen Informationen aus dem Web die Antwort verbessern, und leitet daraus eine kurze Anfrage aus wenigen Wörtern ab, bei manchen Fragen auch mehrere (Query Fan-out). Diese Anfragen schickt Copilot an Bing; die vollständige Frage übermittelt er nur, wenn sie sehr kurz ist. Mit den Inhalten, die Bing zurückliefert, formuliert Copilot dann die Antwort. In Copilot Chat, einem Chat-Angebot von Microsoft für Arbeitskonten, sind die genauen Anfragen an Bing bei den verlinkten Quellen zu sehen.

Bing als Grundlage

Laut den Webmaster-Richtlinien von Bing beruhen Bing und Copilot auf demselben Crawling und derselben Indexierung. Die Richtlinien gelten ausdrücklich auch für Copilot und für Webinhalte, die Bing über Schnittstellen an andere KI-Anwendungen liefert. Eine Seite, die Bing nicht kennt, kann Bing auch nicht als Quelle an Copilot liefern: Zuerst muss Bingbot, der Crawler von Bing, sie erreichen, und Bing muss sie in seinen Index aufnehmen. Microsoft rät deshalb davon ab, Bingbot in der robots.txt zu sperren. Ob Bingbot eine Seite findet und abrufen kann, hängt neben der robots.txt von weiteren Faktoren ab, die zusammen die Crawlbarkeit einer Website ausmachen.

Außerdem nennt Microsoft einige Einstellungen für einzelne Seiten oder Abschnitte, die sich auf Copilot auswirken. Für eine ganze Seite stehen sie als Robots-Meta-Tag im Quelltext oder im HTTP-Header der Seite; data-nosnippet ist dagegen ein Attribut, das einzelne Abschnitte markiert:

  • noindex: Die Seite erscheint weder in Bing noch in Copilot noch in den Webinhalten, die Bing an andere KI-Anwendungen liefert.
  • noarchive: Copilot verwendet den Inhalt der Seite nicht für seine Antworten.
  • nocache: Copilot nutzt nur Adresse, Titel und Kurzbeschreibung (Snippet) der Seite. Laut Microsoft werden Zitate dadurch weniger ausführlich, und die Qualität der Antworten sinkt.
  • nosnippet und data-nosnippet: Bing zeigt keine Textauszüge der Seite oder des markierten Abschnitts an; laut Microsoft kann das auch die Qualität der Zitate in Copilot einschränken.

Gedacht sind diese Einstellungen für Inhalte, die bewusst nicht oder nur eingeschränkt in Copilot erscheinen sollen. Auf Seiten, die als Quelle dienen sollen, lohnt es sich zu prüfen, ob eine davon versehentlich gesetzt ist.

Zitate messen

Wie oft Seiten einer Website in Copilot als Quelle angegeben werden, zeigt der Bericht AI Performance in den Bing Webmaster Tools, Microsofts Werkzeug für Website-Betreiber; er weist die Zitate aus Copilot, aus KI-generierten Zusammenfassungen in Bing und aus ausgewählten Partner-Integrationen gemeinsam aus. In den Webmaster-Richtlinien betont Microsoft außerdem, dass Inhalte in Copilot als Zitat erscheinen können, ohne dass jemand darauf klickt. Weniger Klicks bedeuten deshalb nicht zwangsläufig weniger Sichtbarkeit.