Onpage-GEO setzt dort an, wo du selbst bestimmst, was über dein Angebot geschrieben steht: auf deiner eigenen Website. Ob KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Perplexity dein Angebot zutreffend beschreiben und deine Website als Quelle angeben, hängt auch davon ab, ob sie deine Seiten abrufen können und wie eindeutig die Informationen dort sind. Onpage-GEO ist eines der drei Handlungsfelder der Generative Engine Optimization (GEO), neben dem Monitoring und der Offpage-GEO, die sich der Präsenz außerhalb der eigenen Website widmet, etwa in Medien, Verzeichnissen und Bewertungen.

Was zur Onpage-GEO gehört

Die Arbeit an der eigenen Website lässt sich in drei Ebenen gliedern, die aufeinander aufbauen:

  • Zugang: Die Crawler, über die KI-Systeme Inhalte beziehen, dürfen und können die Seiten abrufen. Dazu gehören passende Regeln in der robots.txt, ein Bot-Schutz, der erwünschte Crawler nicht versehentlich abweist, Hauptinhalte, die schon im vom Server ausgelieferten HTML stehen, etwa durch serverseitiges Rendering, statt erst nach dem Ausführen von JavaScript, und eine XML-Sitemap, über die Seiten auffindbar sind. Wie gut das gelingt, beschreibt die Crawlbarkeit einer Website.
  • Lesbarkeit: Software erkennt, wie eine Seite aufgebaut ist und welche Fakten sie enthält. Dazu tragen semantisches HTML mit einer klaren Überschriftenhierarchie, das zugleich der digitalen Barrierefreiheit dient, und strukturierte Daten bei. Eine llms.txt-Datei zeigt die wichtigsten Seiten im Überblick, optional ergänzt um schlichte Textfassungen dieser Seiten im Markdown-Format. Das gemeinsame Ziel heißt Maschinenlesbarkeit.
  • Inhalt: Texte nennen Unternehmen und Produkte beim Namen, stellen Fakten wie Leistungen, Preise und Standorte ausdrücklich dar und bleiben auch als einzelner Abschnitt verständlich. Diese Zitierfähigkeit erleichtert es einem KI-System, einen Abschnitt in eine Antwort zu übernehmen und die Seite als Quelle anzugeben. Über die Zitierfähigkeit hinaus gehören zur Inhaltsebene aktuelle Angaben (Content-Aktualität), Namen und Firmendaten, die überall gleich lauten (konsistente Markeninformationen), und, wo Leserinnen und Leser sie erwarten, Informationen darüber, welches Unternehmen und welche Personen hinter den Inhalten stehen (Autorschaft).

Crawlbarkeit und Maschinenlesbarkeit beschreiben also Eigenschaften einer Website; Onpage-GEO ist die Arbeit daran und an den Inhalten selbst. Einige dieser Maßnahmen sind mit wenig Aufwand umgesetzt, etwa eine Regel in der robots.txt oder eine llms.txt.

Was Anbieter von KI-Systemen dazu sagen

Microsoft beschreibt GEO in den Webmaster-Richtlinien von Bing, die auch für Copilot gelten, als Arbeit daran, dass Inhalte als Grundlage (Grounding) und Quelle für KI-Antworten infrage kommen. Viele der dort genannten Empfehlungen betreffen die eigene Website: eine logische Überschriftenhierarchie, strukturierte Daten, die genau den sichtbaren Inhalt wiedergeben, ausdrücklich formulierte Fakten sowie Inhalte, die aktualisiert werden, wenn sich Fakten ändern.

Google erklärt, dass seine KI-Funktionen Übersicht mit KI und KI-Modus keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine besonderen Auszeichnungen, keine in kleine Stücke zerlegten Texte und keinen eigenen Schreibstil für KI voraussetzen. Onpage-GEO zielt jedoch nicht auf ein einzelnes System: Eine zugängliche, klar gegliederte Website kann vielen KI-Systemen zugutekommen, auch KI-Agenten, die im Auftrag von Menschen Webseiten lesen und bedienen.

Was Onpage-GEO leisten kann

Keine einzelne Maßnahme garantiert, dass ein KI-System eine Seite zitiert oder ein Angebot erwähnt; auch Microsoft betont, dass GEO keine KI-Zitate garantiert. Wie viel einzelne Änderungen an Texten bewirken, ist in der Forschung umstritten. In der Arbeit, die den Begriff GEO im November 2023 prägte, steigerten zusätzliche Quellenverweise im Text der Website, wörtlich übernommene Aussagen glaubwürdiger Quellen und Statistiken die Sichtbarkeit in einer Testumgebung deutlich. Eine auf der Fachkonferenz NeurIPS 2025 vorgestellte Vergleichsstudie fand dagegen, dass die meisten solcher Methoden zum Umschreiben von Texten weitgehend wirkungslos blieben und sich häufig sogar nachteilig auswirkten. Untersucht wurden in beiden Arbeiten gezielte Umformulierungen bestehender Texte, etwa zusätzliche Statistiken oder ein flüssigerer Stil, nicht die Frage, ob Fakten überhaupt klar auf einer Seite stehen.

Onpage-GEO schafft deshalb vor allem Voraussetzungen: Inhalte, die ein KI-System nicht abrufen kann, kann es nicht als Quelle nutzen, und Fakten, die nirgends eindeutig stehen, kann es nicht zutreffend wiedergeben.